Digitaldruck

Digitaldruck

Unter Digitaldruck (Computer to Print) versteht man die √úbertragung von digitalen Bilddaten, wie sie im Computer vorliegen, direkt auf die druckende Einheit und von dort auf das zu bedruckende Medium ohne Umwege √ľber Belichter, Filme oder Druckplatten.

Der Digitaldruck wird f√ľr kleinere Auflagen und/oder f√ľr die Personalisierung eingesetzt. Dabei k√∂nnen auch Texte und Bilder gewechselt werden, da der Druckzylinder direkt in der Maschine bebildert wird.

Die Druckmaschinen arbeiten mit dem Xerografie-Verfahren, bei dem ein Laserstrahl die Information auf einen Zylinder √ľbertr√§gt, der elektrisch geladen ist.


Großformat-Digitaldruck

Grundsätzliche Funktionsweise der Maschinen:

Ein (oder mehrere) Druckkopf wird auf der X-Achse hin und her bewegt und spr√ľht dabei Farbe auf das Material das unterhalb in der Y-Achse bewegt wird.
Generell ist im Großformatdruck drucktechnisch zwischen drei Druckverfahren zu unterscheiden:

  1. Continuous Inkjet: im Druckkopf wird die Tinte in einem Kreislauf gef√ľhrt und nur bei Bedarf elektrostatisch auf das Druckmaterial abgelenkt
  2. Drop on Demand (DOD): die Tinte steht im Druckkopf statisch an und wird bei Bedarf herausgeschossen (wie auch im Bubble-Jet-Druck), erster Drucker auf Basis von DOD war der Siemens PT-80
  3. Thermotransferdruck: Harzfarbe wird mittels Hitze von einem Zwischentr√§ger (Farbband) auf das Druckmaterial √ľbertragen.

Heutzutage wird bei fast allen Maschinen, egal ob L√∂semittel- oder UV- Tinten gespr√ľht werden, die DOD-Technik verwendet. Die Druckk√∂pfe funktionieren mit fast ausschlie√ülich mit der "Piezotechnik". Bei der Piezotechnik wird ein Kristall mittels elektrischen Spannungsunterschieden verformt (der Kristall wird gr√∂√üer oder kleiner). Diesen Umstand nutzt man um Tintentropfen aus den feinen Farbkan√§len zu schie√üen.

Ab einer "Einlaufbreite" von 1,0-1,3 m, gelten Maschinen als "Großformatdruck-Maschinen". Die größten Digitaldrucker weisen eine Einlaufbreit von 5m auf. Mittlerweile gibt es auch schon eine große Zahl von digitalen Flachbett-Druckern, sowie von "hybriden" Druckern. Hybride Druckmaschinen können sowohl flexible, als auch starre Materialien bedrucken.

Farbe:

F√ľr den Innenbereich:
Es gibt es wasserbasierende "Dye-Tinten" und "Pigmenttinten". Beide können je nach Hersteller fast "nur" auf Papier gedruckt werden, oder-und später auf ein anderes Material "sublimiert", bzw. "transferiert" werden. Pigmenttinten werden oft auch schon mit "Harzen" ausgestattet um so eine Wasserbeständigkeit zu erzielen. Da diese Tinten sehr kleine Pigmente haben werden sie auch gerne zum Fotodruck verwendet, da man hier eine wirklich feinen Punktgröße erzielen kann.

F√ľr den Au√üenbereich: (witterungs-, UV-best√§ndig, abriebfest)
Hier kommen größtenteils Lösemitteltinten zum Einsatz. Diese gibt es mittlerweile in "abgeschwächter" Form, als (je nach Hersteller) Eco-Solvent, Mild-Solvent... Tinten, die Funktionsweise jedoch ist die Selbe: Das Lösemittel öffnet die Oberfläche des Substrats (Bedruckstoff), verankert die Tinte recht gut, und verdunstet (gast ab). Spätestens seit der erste Flachbettdrucker erfunden wurde (bedrucken von starren Materialien) kamen auch UV-härtende Tinten auf den Markt. Diese Tinten verankern sich an der Oberfläche des Substrats und werden gleich nach dem Drucken an- und ausgehärtet, da sich die UV-Lampen links und rechts neben dem Druckkopf befinden und wahlweise ein und ausgeschaltet werden. Bei UV-Farben spricht man nicht von Trocknung, sondern von Aushärtung, weil die Tinte einen chemischen Prozess durchläuft.


Druckvorstufe:

Auch beim digitalen Gro√üformatdruck braucht man eine Druckvorstufe. Ein Digitaldrucker druckt ebenso wie herk√∂mmliche Druckverfahren mit vier Farben: Cyan, Magenta, Yellow, Key (als Tiefe f√ľr Schwarz), kurz CMYK. Um ein Bild das aus Millionen unterschiedlicher Farb- (Bild-) Punkten besteht, in nur vier Farben zu unterteilen, ben√∂tigt man in jedem Fall ein so genanntes (RIP = Raster Image Prozessor). F√ľr konventionelle Druckverfahren wird ein "RGB Bild" in regelm√§√üige Raster zerlegt und jeder Farbe eine bestimmte Winkelung zugeschrieben (AM-Raster) Diese Raster haben pro Zentimeter exakt gleich viele Punkte. Gebr√§uchlicher Raster im Offsetdruck ist zum Beispiel ein 64-er Raster (= 64 x 64 Rasterpunkte pro Zentimeter).

Ein Digitaldrucker spr√ľhte immer nur die gleich gro√üe Tintenmenge pro Punkt, daher eignet sich der schon vor Jahren sehr ausgereifte AM Raster nicht sehr gut. (Mittlerweile werden drei verschiedengro√üe Punkte angewendet. DST = Drop-Size-Technolgie)

Der FM-Raster wurde schon vor dem gro√üformatigen Digtitaldruck erfunden und die RIP-Hersteller bedienten sich dieser Technologie. Der FM Raster birgt aber auch eine f√ľr den Digitaldrucker unberechenbare Regelm√§√üigkeit in sich, dass es in den Anf√§ngen (man sieht sie heute immer noch) zu unerw√ľnschten Nebenwirkungen wie "Wurm-Artefakten" kam.

Man ist dazu √ľbergangen den FM Raster zu zerstreuen und erh√§lt Ergebnisse ohne Artefakte. Nicht zuletzt spr√ľhen auch die D√ľsen immer feinere Punkte und erzielen dadurch immer feinere Linien, regelm√§√üigere Fl√§chen... Feinster Punkt f√ľr Outdoor - Drucker ist 3,7 Pikoliter¬† mit einem Mikropiezokopf. Durchschnitt bei modernen Druckk√∂pfen ist ab 12 Pikoliter pro geschossenen Punkt.

Durch die Mehrzahl an Punkten werden allerdings auch die Datenmengen größer und größer und trotz schnellerer Rechnerleistungen dauert das "Rippen" fast genau so lange wie noch vor 10 Jahren.